Samstag, 29. Februar 2020

Kreative Deko-Ideen mit Pflanzen

Vor einiger Zeit schenkte mir eine Freundin einige Silberlöffel aus dem an Flohmarktartikeln reichen Nachlass ihres Onkels, darunter einige Suppenkellen. Die Dinger gefielen mir und ich dachte daran, sie zu bepflanzen. Aber was sollte schon darin wachsen, ohne ständig gegossen zu werden. - Die Lösung auf diese Frage verdanke ich dem Buch "Kreativ mit Pflanzen" von Emma Hardy. Gleich auf dem Cover sind zwei Suppenkellen zu sehen, dekorativ bepflanzt mit Sukkulenten. Das sieht super aus! Und viel Wasser brauchen die eher nicht.

Ausgefallene Gefäße aller Art bilden den Grundstock des Ideenfeuerwerks in Sachen kreativer Bepflanzung. In der Regel hat Hardy alte Gefäße ausgewählt, die in Kombination mit frischen Pflanzen einen besonderen Charme verströmen:
  • einen rostiger Kasten, bepflanzt mit Erdbeeren und Stiefmütterchen beispielsweise
  • alte Konservendosen
  • diverse Retrogefäße, wie alte Kochtöpfe oder Keksdosen
  • Holzkisten
  • Metallgefäße, wie alte Gießkannen oder kleine Eimer
  • ...
Besonders entzückend finde ich den kleinen Rosengarten im pastellblauen Emailbehälter, in dem auf zwei Ebenen Rosen blühen. Gleich noch ein bisschen schöner ist der Mini-Feengarten mit Monatserdbeeren, Moos, einem aus kleinen Ästchen gefertigten Feenstuhl und einem Mini-Blumenbogen. Da schlägt mein Herz höher - so romantisch ...!

Alle Vorschläge wurden mit genauen Materialangaben versehen und mit einer Angabe der verwendeten Pflanzen - in deutscher und lateinischer Version. Es dürfte leicht fallen, Vorschläge einfach nachzuarbeiten, oder aber, besser noch, sich inspirieren zu lassen zu vielfältigen eigenen Ideen.

Die Autorin: Emma Hardy ist Gartenexpertin und Autorin von Büchern und zahlreichen Artikeln über Garten und Design. Sie interessiert sich besonders für die Gestaltung von Gärten auf kleinstem Raum.

Emma Hardy, Kreativ mit Pflanzen, Deko-Ideen für drinnen und raußen, DK-Verlag 2017, 144 Seiten, 16,95 Euro.

Freitag, 28. Februar 2020

Ganz einfach Nähen lernen

Seit Jahrzehnten besitze ich eine Nähmaschine. Mit ihr habe ich so manche Gardine, Tischdecken, Kissenbezüge und auch Klamotten genäht. Nun steht sie seit etlichen Jahren weitgehend ungenutzt herum. Schade eigentlich, dachte ich, als mir nun das Buch "Meine Große Nähschule - Alles für den perfekten Einstieg" in die Hände fiel. Blanca Popp als Autorin teilt darin mit ihren Lesern und Leserinnen ihre große Begeisterung fürs Nähen, auf ansteckende Art und Weise.

Ein Schnittmusterbogen liegt dem Buch bei. Vermittelt werden Grundlagen, Nähtechniken und erste Projekte, wie
  • Kissenbezug
  • Tischdecke
  • Einkaufstasche
  • Rock mit Gummizug
  • Rock mit Bund und Taschen - denn, ermutigt vom schnell genähten Gummizugrock dürfte man schnell den Mut entwickeln, sich mehr zuzutrauen. 
Haben Sie mehr Lust auf einen Tellerrock im Stil der Fünfziger Jahre? Auch dafür gibt es eine Anleitung, ebenso für einfache Hosen. Schritt für Schritt, sehr klar und mit vielen Detailfotos erkennt man deutlich , wo's langgeht. Es gibt Hinweise zum Stoffverbrauch, zur Schnitterstellung, zum Zuschnitt und zur Verarbeitung.

Die Autorin: Blanca Popp war nach ihrer Ausbildung zur Meisterin und Diplom-Designerin viele Jahre lag als freischaffende Designerin für die Industrie tätig. Sie hat Privat-Labels für große Konzerne entwickelt, hat für Messen und Einzelfirmen die Trendberatung übernommen und ihr gesamtes bisheriges Arbeitsleben der Mode und damit ihrem Traumberuf gewidmet. Einer spontanen Eingebung folgend, begann sie, ihr Wissen in Kursen weiterzugeben und nun im vorliegenden Buch zu veröffentlichen. Außerdem gibt es eine Website ihrer Nähschule: www.naehschule-muenchen.de.

Eine kleine Besonderheit ist die ausgestanzte Nähmaschine im Hardcover, verbunden mit der Tatsache, dass der Titel dort anders heißt:

Blanca Popp, Nähen Stich für Stich, Nähbasics & Praxisprojekte, Edition Michael Fischer, 2. Auflage 2017, 176 Seiten, 14,99 Euro.

Dienstag, 4. Februar 2020

Gutscheinbuch für Verliebte

Gutscheine können ganz schön blöd sein. Das kann was sein für Leute, denen einfach nichts einfällt. Für Beschenkte, die einfach nichts mehr brauchen. Es kann aber auch was richtig Schönes, Liebevolles sein. Etwas, was die Liebe gleich noch ein bisschen größer werden lässt. So etwas ist, so finde ich, das neue "Gutscheinbuch für Verliebte". Es enthält 16 mit stimmungsvollen Fotos dekorierte "Gutscheine für gemensame Momente". Der Grund, sie zu verschenken, steht auch gleich vorn mit drauf: "... weil ich dich liebe".

Die einzeln herausnehmbaren, matt bedruckten Karten haben hinten Platz für die persönliche Gestaltung. Nehmen wir zum Beispiel einen gemeinsamen Kinobesuch, genannt "Movie Night". Da steht "Das Popcorn steht bereit! Snacks sind vorbereitet. Dem großen Kino steht also nichts mehr im Wege." Auf vier freien Zeilen können Sie dann notieren, ob ein richtiges oder das Pantoffelkino gemeint ist, um welchen Film es geht, wann es losgehen soll. Ganz zum Schluss kann eingetragen werden, wann dieser Gutschein eingelöst wurde, zur Erinnerung und Bestätigung.

Weitere Gutscheine gibt es beispielsweise für
  • ein selbstgekochtes, dekadentes Dinner einschließlich Abwasch
  • einen Tanzkurs nach Wahl
  • einen "Ja-Tag", bei dem dem schenkenden Liebsten oder der Liebsten kein "Nein" über die Lippen kommen darf und wird.
Eine echte Herausforderung, das Letztere. Würde ich mir aber echt gern mal schenken lassen. Sie auch? Ach übrigens, 5 Blanko-Gutscheine für die ganz eigenen Ideen gibt's noch obendrauf. Und wer sich noch ein bisschen mehr Zeit nehmen möchte, greift zu diesem Einschreibebuch für Verliebte.

16 Gutscheine für gemeinsame Momente - das Gutscheinbuch für Verliebte, Edition Michael Fischer, 6,99 Euro.

Samstag, 1. Februar 2020

Erinnerungsalbum für Verliebte zum Hineinschreiben

Verliebt zu sein, das ist ein herrlicher Zustand. Wirklich wichtig aber ist die Liebe, die möglichst lange hält, im Idealfall ein Leben lang. Damit das gelingen kann, ist es wichtig, sich immer wieder bewusst zu machen, was für ein Glück man hat, den Partner oder die Partnerin gefunden zu haben. Keinesfalls sollte man ihn oder sie für selbstverständlich halten, für eine Art Inventar. Wer beobachtet, wie manche Paare miteinander umgehen, könnte leicht auf diese Idee kommen. Mehr Achtsamkeit und Dankbarkeit also auch und ganz besonders in der Partnerschaft. Doch wie stellt man das an mit dem Bewusstwerden? Das Erinnerungsalbum für Verliebte, erschienen in der Edition Michael Fischer, kann helfen. Der Titel: "... weil ich dich liebe". Gedacht ist es als Geschenk für den Liebsten, für die Liebste. Vielleicht zum nächsten Geburtstag, zum Kennenlerntag oder einfach nur so.

Das nett und großzügig gestylte Eintragbuch hat viel Platz für
  • Fotos
  • Gedanken
  • Erinnerungen
  • Träume
  • Rückblicke und Ausblicke
Einige Sprüche ergänzen das Ganze, wie zum Beispiel "Ein Tropfen Liebe ist mehr als ein Ozean Verstand" (Blaise Pascal).

An einigen Stellen kann man mit Worten ebenso punkten wie mit Zeichnungen, hier zum Beispiel:
Wenn ich dich sehe,
  • passiert das in meinem Herzen
  • passiert das in meinem Bauch
  • passiert das in meinem Kopf
Ein Herz, ein Rechteck und eine Wolke warten auf Einträge oder eben kleine Illustrationen. Die brauchen sicher nicht dolle zu sein. Auf das Gefühl, das dahinter steckt, kommt es an.

Noch ein paar Beispiele:
  • Das würde ich nur für dich tun: ... und das würde ich dir niemals zumuten: ...
  • Wenn ich irgendetwas in unserer Beziehung rückgängig machen könnte, wäre das ...
  • Das wird unser Zuhause sein: ... So werden wir unsere Tage verbringen: morgens, mittags, abends ...
Tja, da muss man schon ein bisschen nachdenken, aber das sollte sich lohnen. Das Selbstbewusstsein des Beschenkten dürfte noch deutlich wachsen und Sie selbst werden sich freuen, nicht nur oberflächlich, sondern geradezu tiefschürfend lieben zu dürfen.


"... weil ich dich liebe" - Das Erinnerungsalbum für Verliebte, Edition Michael Fischer, 9,99 Euro.

Sonntag, 26. Januar 2020

Anleitung zum meditativen, intuitiven Malen

Wenn das Leben colorful und happy ist, farbig und fröhlich also, dann sollte es einem gut gehen. Für kreative Menschen führt da kaum ein Weg am richtigen Umgang mit Farben vorbei. Yvonne Lamberty hat ein schönes Buch dazu geschrieben. Es zeigt den intuitiven Weg zu einem farbenfrohen, beglückenden Malen.

Die Künstlerin zeigt, wie man seine Kreativität entwickelte und unter anderem mit Aquarell oder Acrylfarben tolle Mandalas und andere Bilder realisiert. Sie möchte die "innere Schönheit im Außen zum Leuchten bringen". Mit dem Leuchten ihrer Mandals bewahrt sie sich die Erinnerung an die Nahtoderfahrung ihrer Kindheit, die ihr die intensive Begegnung mit einem "wunderschönen Licht" bescherte. Ein unvergessliches Erlebnis, von dem eine große Kraft ausging, die sie bis heute spüren kann.

Lamberty ermutigt dazu, die eigene Kreativität ebenso zu entfalten und zur Geltung zu bringen wie Fantasie, Intuiton und Emotionen. Ein Maltagebuch und andere Künstlerrituale sowie ausreichend Muße sollen dabei helfen. Schritt-für-Schrittanleitungen begleiten auf dem Weg zu spannenden und anrührenden, vielschichtigen Gemälden. Vielschichtig ist dabei ebenso wörtlich zu nehmen wie übertragen zu betrachten.

Die Autorin: Yvonne Lamberty malt aus einer Quelle des Unbewussten heraus. Ihre intuitiven Bilder lassen einer mystische Traumwelt entstehen. Seit zehn Jahren gibt sie die von ihr entwickelte Technik in Malkursen weiter, unter anderem im Onlinekurs "Entfach Kreativität - eine Verabredung mit dir selbst".

Yvonne Lamberty, Colorful Happiness - Dein Weg zum intuitiven Malen, Edition Michael Fischer 2019, Hardcover, 144 Seiten, 19,99 Euro.

Intervallfasten mit dem Thermomix

Es geht aufs Frühjahr zu, ein paar Pfunde dürften gern schwinden und das Thema Intervallfasten begegnet mir immer wieder. Nicht zuletzt die Hausärztin riet mir dazu. Hinzu kommt, dass ich täglich mit meinem geliebten Thermomix arbeite. Nun habe ich zu dieser Konstellation das richtige Buch gefunden: "Invallfasten - Schlank mit dem Thermomix", erschienen in der Edition Michael Fischer.

Das Werk verbindet ausführliche allgemeine Hinweise mit 50 einfachen Rezepten, vom Bircher-Porridge mit Nüssen und Samen über Hühnersuppe mit Ingwer und Nudeln bis hin zu Spinatwaffeln mit Joghurt und Kresse.  Damit man trotz Kalorienreduktion auf die notwendigen Nährstoffe kommt, gibt es eine zweiseitige Übersicht mit den 12 wichtigsten Power-Mikronährstoffen. Vorgestellt wird jeweils die Funktion des Nährstoffs und das Vorkommen (als Auswahl). Das Buch bietet Wahlmöglichkeiten zwischen verschiedenen Zeiträumen des Fastens: der 5:2, 16:8- oder 20:4-Methode. So kann jeder sich das zur eigenen Lebenssituation passende Paket schnüren. Es finden sich jede Menge Hintergrundinformationen zum Thema Fasten und Nahrungsverzicht, von König Darius, der zwei Mahlzeiten ausließ, anstatt sich der üblichen nächtlichen Völlerei hinzugeben, und stattdessen intensiv für seinen Aufseher Daniel betete, der gerade wegen manipulativer Ratgeber des Königs in der Löwengrube hockte, bis zum Hinweis darauf, wie zuviel Insulin den geplanten Fettabbau torpedieren kann. Das alles in ebenso informativer wie unterhaltsamer Weise.

Was die Rezepte angeht, so kann man sie natürlich auch ohne Thermomix nachkochen, aber mit dem Teil macht es einfach mehr Spaß.

Intervallfasten - Schlank mit dem Thermomix - Kurzzeitfasten mit 50 einfachen Rezepten, Edition Michael Fischer 2019, 144 Seiten, 15 Euro.

Sonntag, 19. Januar 2020

Kai Lüdders - ein Roman über Vaterliebe, Selbsthass und Seelenfrieden

"Weil ich mich hasse" heißt der neue Roman von Kai Lüdders. Was für ein Titel für einen Lebensfreude-Bücher-Blog, könnte man meinen, auf den ersten Blick. Und doch passt es - irgendwie. Die 174 Seiten sind schnell gelesen. Das Buch setzt auf Spannungsaufbau, der in einem temporeichen Showdown am Ende des Werkes seinen über Seiten andauernden Höhepunkt erfährt. Man leidet mit, ist am Ende froh, das beschriebene Schicksal selbst nicht erlebt zu haben und bekommt zugleich Mitgefühl mit allen Kindern, die noch zu jung und unerfahren sind, um sich zu wehren, geschweige denn, sich selbst zu verstehen, und nicht zuletzt mit sich selbst. Die Frage, was in der eigenen Kindheit Schlimmes passiert sein mag, kommt da fast automatisch.

Lüdders schrieb den Roman aus zwei Perspektiven heraus: der der Ich-Figur (Hauptperspektive) und, kursiv gedruckt, der der Tochter des Protagonisten. Der Ich-Erzähler ist Ben, 39 Jahre alt, Schriftsteller und glücklich verheirateter Familienvater. Mit sich selbst glücklich ist er leider gar nicht, denn da ist etwas zunächst Unfassbares, das ihn immer wieder bedroht und leiden lässt. Wer dieser "er" ist, der in dieser anonymen Form ein wenig über Gebühr oft bemüht wird, kann man nicht ohne weiteres verstehen; man kann es allenfalls erahnen. Mit "ihm" ist Ben ständig im Clinch. Ist "er" der Selbsthass, unter dem Ben leidet, ohne zu wissen, warum? Und was hat das damit zu tun, dass in Bens Familie niemals Weihnachten gefeiert wurde? Und wieso mögen die Eltern Bens Bruder offenbar lieber als ihn?

Es geht um tiefe Verunsicherung und Selbstablehnung, die am Ende des Buches absolut plausibel erscheinen. Erfahrbar wird auch die etwas hilflose Liebe zwischen Bens Vater und seinem Sohn. Der Vater, der unheilbar an Krebs erkrankt ist, dem der Sohn nun endlich einmal wirklich begegnen, den er kennenlernen will, bevor es zu spät ist. Zugleich ist der hochbegabte Ben (eine Begabung, die  für die Handlung im Grunde kaum eine Rolle spielt) auf der Suche nach Erklärungen, nach seinem Seelenfrieden.
Hier und da hätten ein paar Klischees weniger zu Gunsten konkreter Beschreibungen und starker Adjektive gut getan. Ein Beispiel: "Minutenlang saßen wir stumm an unserem Tisch in einem schönen Restaurant an einem der tollsten Plätze Berlins, die Menschen wirbelten um uns herum, die Kellnerin zog mehrfach grantig ab, weil wir nichts zu essen bestellten und sie quasi ignorierten."

Die dennoch mitreißende Suche führt von Hamburg nach Berlin, über Kreuzberg, Schmarendorf, Wannsee bis nach Usedom. In Ben tauchen im Laufe dieser letzten Reise an der Seite seines Vaters immer mehr lange verdrängte Erinnerungen auf und endlich erzählt sein Vater, dessen Erkrankung nur eine Nebenrolle spielt, ihm die ganze bittere Wahrheit. Von einer Zeit, die nur kurz gewesen war und doch so viel veränderte:
"Fünf Tage? Es war eine Ewigkeit! Niemals fünf Tage!", schrie ich ihn an.
"Fünf Tage, Es tut mir so leid." Er versuchte, seine Hand auf meine Schulter zu legen. ..."
"Es war eine Ewigkeit", sagte ich leise ...
Spannend ...!

Der Autor: Kai Lüdders, Jahrgang 1977, Hamburger, Jurist und Politologe. In seinen Büchern behandelt er aktuelle gesellschaftliche und politische Themen.
Kai Lüdders, Weil ich mich hasse, Velum-Verlag 2019, Paperback, 9,99 Euro.