Mittwoch, 9. September 2020

Schreibratgeber von Lajos Egri zur Entwicklung starker, origineller Figuren

Jedes Theaterstück, jeder Film, jeder Roman lebt von seinen Figuren und der Autor muss sie ganz genau kennen, um sie so zum Leben bringen zu können, dass Zuschauer und Leser nur allzu gern und fasziniert mitgehen. Lajos Egri (1888 - 1967) hatte es drauf. In seinem Standardwerk "Literarisches Schreiben" zeigt er ausführlich und anschaulich, wie es geht

  • starke Figuren zu entwickeln
  • originelle Ideen zu finden
  • die Handlung voranzutreiben.

Egri war daran gelegen, seine Studentinnen und Studenten ebenso wie seine Leserinnen und Leser dazu zu motivieren, Literatur "für die Ewigkeit" zu schaffen, also keine klischeebehafteten Abziehbilder als Figuren, sondern Menschen und deren Handlungen, die in sich schlüssig und einzigartig sind, die die Gefühle anspechen und die man so schnell nicht vergisst. Wer könnte zum Beispiel "Vom Winde verweht" oder "Die Dornenvögel" jemals vergessen. Voraussetzung für solch einen Erfolg sind Wissen und harte Arbeit. Es geht darum, die Entwicklung einer Figur glaubwürdig nachzuzeichnen und widersprüchliche Figuren mit unterschiedlichen Zielen in Abhängigkeit zueinander zu bringen. Wie das gelingen kann, zeigt Egri unter anderem, indem er Skizzen ganz unterschiedlicher Charaktere zeigt, die allesamt das Zeug haben, uns zu Geschichten zu inspirieren. Da wären zum Beispiel

  • der Geizhals
  • die Exhibitionistin
  • der Schnäppchenjäger
  • der Egozentriker
  • der Unterlegene

Jedes Mal wird spürbar, warum die Figur so werden musste, wie sie ist. Wenn man alles richtig macht, ergibt sich Dramatik fast von allein. Im Kapitel "Die Motivation" wird beispielsweise nachvollziehbar dargestellt, warum es möglich sein kann, dass ein eigentlich liebenswerter Mann, der sich selbst für hässlich hält, seine schöne Frau eines Tages brutal ermordet. Im Kapitel "Prinzipien des Schreibens" schließlich wird zusammenfassend noch einmal alles erklärt, was fürs literarische Schreiben unabdingbar ist, von der überzeugenden, möglichst zu Beginn zu entwickelnden These bis hin zu Höhepunkt und Auflösung. Neun einfache Gebote zur Dramaturgie schließen das Buch ab, das zum Selbststudium ebenso geeignet ist wie zur Anwendung in Schreibwerkstätten.

Ebenfalls im Autorenhaus Verlag erschienen ist Egris Lehrbuch "Dramatisches Schreiben". 

Der Autor: Der Ungar Lajos Egrie schrieb seinen ersten Dreiakter im Alter von zehn Jahren. Über fünfunddreißig Jahre lang war er als Theaterautor und Regisseur in Europa und den USA tätig. Er war Direktor der Egri School of Writing in New York, bevor er nach Los Angeles übersiedelte, um als Lehrer und Berater in der Filmindustrie zu arbeiten.

Lajos Egri, Literarisches Schreiben, Autorenhaus Verlag 2002/2018, 205 Seiten.

Ozelot und Friesennerz - Susanne Matthiessens Roman einer Sylter Kindheit

 "Ozelot und Friesennerz" von Susanne Matthiessen ist eingeschlagen wie eine Bombe - und das völlig zu Recht. Als geborene Sylterin kennt die Autorin die Seele der Schicki-Micki-Insel nur allzu gut. Dass sie vor dem Hintergrund des angesagten Pelzgeschäftes, das ihre Eltern auf der Insel betrieben, aufwuchs, gibt ihr wunderbar Gelegenheit, Promis und Möchtegern-Promis aus Insider-Sicht zu neuem Leben zu erwecken. Berühmte Leute, die auf der Insel einfach nur mal Mensch sein wollten, auf ihre Weise. Von Bohlen und Halbach zum Beispiel, der sich dort einen bodenlangen Pelzmantel arbeiten lassen wollte, mit Verschluss auf der Damenseite, was leider nicht auf Anhieb gelang, weil eines Tages ein Auto ins Schaufenster des Ladens donnerte und zahlreiche kostbare Pelze, darunter der seine, auf Nimmerwiedersehen verschwanden. Oder von Willy Brandt, der sturzbetrunken zwei Meter weit in die Tiefe fiel. Oder von Gunther Sachs, der mit eigenem Flugzeug anreiste, begleitet von seiner Equipage, um bei Fietje Fisch zu essen. Susannes Eltern aßen natürlich auch dort, weil das Essen gut war, aber auch, um zu sehen und gesehen zu werden. Gut fürs Geschäft. Gar nicht gut fürs Geschäft war die damalige Ehefrau des Playboys: Brigitte Bardot. Die wurde nämlich von der Schauspielerin zur Aktivistin und sorgte letztendlich dafür, dass Pelzmode, seit Jahrtausenden selbstverständliches Bekleidungsstück, allmählich den Bach runter ging. 

Mit vielen kleinen Anekdoten lässt uns Matthiesen an ihrer "ganz normal verrückten Kindheit auf Sylt" teilhaben, mit wissendem, liebevoll-kritischen Blick auf die Erwachsenen. Der "Roman einer Sylter Kindheit" ist kein klassischer Roman, aber herrlich kurzweilig. Die Sprache ist locker und unprätentiös. Das Buch liest sich weg wie nur was - ein einziges Vergnügen! Auch wenn man spätestens gegen Ende des Buches dann doch ein bisschen traurig wird über die aktuelle Entwicklung der schönen Insel, die die Autorin im letzten Kapitel mit deutlichen Worten kritisiert.

Die Autorin: Susanne Matthiessen, Jahrgang 1963, verarbeitet als Journalistin gesellschaftspolitische Entwicklungen  zu Programmideen für Radio, Fernsehen und Internet. Sie ist langjährige Dozentin an der Akademie für Publizistik in Hamburg. Fünfzehn Jahre lang war sie Kolumnistin für die Sylter Rundschau. Sie lebt gern in Berlin, so heißt es, lebt aber nur am Meer richtig auf.

Susanne Matthiessen, Ozelot und Friesennerz, Roman einer Sylter Kindheit, Verlag Ullstein, 245 Seiten, 20 Euro, als eBook 16,99 Euro.

Dienstag, 18. August 2020

Nähen - Bullet Journal für eigene Nähprojekte

 

Genäht habe ich schon immer gern. Als Kind nähte ich die tollsten Kreationen für meine Barbie-Puppe und heute wasche ich endlich den königsblauen Jerseystoff, für den das Schnittmuster schon bereitliegt. Da ich zugeben muss, dass ich in letzter Zeit anderen Tätigkeiten den Vorzug gegeben habe, aber nun wieder mehr nähen möchte, finde ich das Bullet Journal "Nähen" inspirierend. Es soll dabei helfen, besser zu planen und Nähträume zu verwirklichen, und hält sehr viel Platz bereit für Ihre Notizen:

  • Im KEY legen Sie Symbole fest, um sich in Ihren Notizen schnell zurechtzufinden.
  • Der INDEX soll fortlaufend gefüllt werden, damit Sie das, was Sie auf den entsprechenden Seiten, siehe Seitenzahlen im Index, aufgeschrieben haben, schnell wiederfinden.
  • MOODBOARDS unterstützen dabei, Ihre Nähideen zu visualisieren, z. B. mit Farbpaletten oder eingeklebten Bildern.
  • Die WOCHENÜBERSICHTEN sollen die tägliche Planung erleichtern - fürs Nähen (Ziele, Aufgaben), aber auch für andere Termine.
  • Die NÄHPROJEKTE werden in einer Übersicht vorn geplant und ausführlich weiter hinter dokumentiert.

Daneben gibt es reichlich Raum für weitere Notizen, wie etwa für Bücher, die man noch haben, Messen, die man noch besuchen möchte, Onlineshops, die man mag. Und natürlich für die eigenen Maße.

Praktisch, das Ding. Ein tolles Geschenk für Nähbegeisterte. Und, wie ich schon sagte: inspirierend!

Mein Bullet Journal, Nähen - Besser planen und Nähträume verwirklichen, Edition Michael Fischer 2020, 224 Seiten, 14,99 Euro.

Papercut-Vorlagen für Winter und Weihnachtszeit

Mitte August 2020. Die Nation brütet. Die Hitzewelle, von manchen als herrliches Sommerwetter bejubelt, wird von anderen zunehmend durchlitten. Da tut ein abkühlendes Thema gut. Wie wäre es mit Weihnachten und Papercut-Deko-Elementen in Schwarz oder Schneeweiß. In der Wüste ist bei der Bekleidung der Menschen die eine wie die andere Farbe vertreten, weil sie die Sonnenhitze mildern soll. 

Mit dem Buch Christmas Papercut von Marie-Christine Hollerith wird das vorweihnachtliche Basteln leichtgemacht. Praktische Motiv-Vorlagen und Sofort-Loslegen sind im hinteren Teil des Buches zu finden perforiert, zum bequemen heraustrennen. Dann braucht man nur noch eine Unterlage und einen scharfen Cutter und schon kann es losgehen. Das Buch beinhaltet 20 weihnachtliche Papierschnitt-Projekte zum Schneiden, Basteln und Gestalten. 

Papercut ist die moderne Vision des Scherenschnitts, der zu den ältesten Volkskünsten Chinas zählt und erst um 1600 herum nach Europa kam. Die Autorin, die von sich behauptet, eigentlich eher zu den Grobmotorikern zu zählen, bereitet es seit drei Jahren viel Vergnügen, "mikrokleine Papierdreiecke" aus einem Blatt herauszuschneiden. Für Anfänger findet sie es ungemein entspannt sich erst einmal auf das Schneiden zu konzentrieren, daher die Vorlagen. Eigene Kreationen können dann getrost später kommen. Die vorgestellten Motive sind mal winterlich, mal weihnachtlich, mal einfach nur gemütlich. Besonders gefällt mir das "Teekränzchen" - Motive, wie Teekanne oder Lebkuchen, die an Bändern einzeln an eine knorpeligen Ast aufgehängt werden. Andere Motive schmücken Karten, wieder andere, an Stäbchen geklebt, den winterlichen Kuchen - am Kamin oder so.

Die Autorin: Marie-Christine Hollerith lebt mit ihrer Familie in einer kleinen Gemeinde in Bayern. Seit sie denken kann, zeichnet und gestaltet sie. Vor einem Jahr entwickelte sie ihr Label "Zauber & Zunder" - ein Herzensprojekt, das sinnbildlich für den Familienalltag zu Hause steht, bei dem es jede Menge Zauber, aber eben auch Zunder gibt.

Marie-Christine Hollerith, Christmas Papercut, Edition Michael Fischer 2020, 95 Seiten, 12,99 Euro.

Mittwoch, 29. Juli 2020

Mindfuck-Autorin Petra Bock schreibt über die Entstörung moderner Menschen

Die Bücher von Petra Bock beeindrucken mich immer wieder aufs Neue. Nachhaltig fasziniert von den MINDFUCK-Büchern, liegt mir nun ihr neuestes Werk vor: "Der entstörte Mensch - Wie wir uns und die Welt verändern". Und wer würde nicht gern die Welt verändern, gerade jetzt. Und wer würde nicht gern auch hin und wieder sich selbst verändern ...

Der Klappentext beginnt mit einem Satz, der mir fragwürdig erscheint: "Es geht uns so gut wie nie zuvor. Wir leben in Wohlstand und Freiheit und haben alle Möglichkeiten, uns zu verwirklichen." All das gilt ja seit dem Corona-Ausbruch nur noch sehr bedingt. Der nächste Satz aber stimmte und stimmt: "Und dennoch sind viele nicht glücklich." Die Wissenschaftlerin glaubt, den Grund dafür gefunden zu haben: Unser Innerstes könne nicht Schritt halten "mit den völlig neuen Herausforderungen unserer Zeit". Der moderne Mensch müsse daher dringend entstört werden, um mutig, kreativ und entschlossen die großen Probleme unserer Tage anpacken zu können. Nach dem technischen müsse der menschliche Fortschritt folgen. Und das erscheint mir durchaus richtig.

Die Autorin verbindet Erkenntnisse aus ihrer wissenschaftlichen Arbeit und ihrer Beratungspraxis miteinander und zeigt, dass wir mit dem vorherrschenden, eher destruktiven und polarisierenden Denken keine Chance auf eine gute Zukunft haben. In ihren konkreten Handlungsanweisungen berührt sie alle wichtigen Bereiche des Lebens - mit dem Ziel, es humaner zu gestalten. Sie wünscht sich eine neue Utopie, eine neue Zivilisation, ein gigantisches, lebendes Netzwerk. Das alte Denken und dessen Logik stellt sie deutlich in Frage, erklärt zugleich, woher es - als Teil unseres Überlebenskampfes - gekommen ist. Als Nächstes führt sie ihre Leser mit neuen Denkansätzen vom Überleben zur Entfaltung und ermutigt im letzten Kapitel zum "Inner Change", um uns selbst und die Welt tatsächlich verändern zu können. Im Epilog schließlich wagt sie sich mutig an eine prophetische Vision heran: Wie lange wird es dauern? Wie es sein wird, wenn es anders ist.

Zahlreiche Zwischenüberschriften unterteilen den gewichtigen Text in verdauliche Häppchen. Schon wer nur das Inhaltsverzeichnis mit all den Überschriften liest, bekommt eine Ahnung davon, wohin unsere Sehnsüchte zielen und was wir tun könnten, um sie uns selbst zu erfüllen, wenigstens ein bisschen. Zehn Entfaltungsframes weisen einen praktischen Weg in ein Leben, das - auch und gerade zu Corona-Zeiten - lebenswerter als bisher sein könnte.

Die Autorin Dr. Petra Bock ist Politikwissenschaftlerin und arbeitet als Managementberaterin und Executive Coach in Berlin. Sie berät Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Zeitgeschehen und hat mit ihren Büchern und Rundfunk- und Fernsehauftriten ein Millionenpublikum begeistert. Im vorliegenden Buch erläutert sie das Prinzip der Störung und Entstörung menschlicher Entfaltung.

Petra Bock, Der entstörte Mensch, Droemer-Knaur-Verlag 2020, geb. mit Schutzumschlag, 312 Seiten, 20 Euro.

Dienstag, 28. Juli 2020

Gabriele Hefeles Erzählungen vom Landleben

"Oder man zieht aufs Land", so heißt der kleine Band, der Gabriele Hefeles Erzählungen vom Landleben in sich vereinigt. Vierzehn Umzüge hat die Journalistin hinter sich gebracht, in Großstädte, Dörfer, Mittelzentren und auch dorthin, wo sich Fuchs und Hase "Gute Nacht!" sagen. Aktuell lebt sie mit Mann und Maus auf einer Finca in Andalusien. Nun ja, einige Pferde und anderes Viehzeug gehören auch noch dazu. Auf so einer kleinen Ranch zu leben, das klingt romantisch, doch das Landleben hat nicht nur Vorzüge. Das führt dazu, dass im vorliegenden Büchlein lustige, aber auch nachdenklichen Anekdoten zusammenfinden.

Ungewollten Witz bringt die Autorin selbst in ihre Texte, indem sie etwa beschreibt, wie sie im Rahmen der Nachbarschaftshilfe mit anpackte und half, eine Kuh aus dem Pool zu retten. Das klingt dann so: "... neulich tatkräftig mit anzogen, um eine planschende Milchkuh aus ihrem(!) Swimmingpool zu hieven". Sollte diese Milchkuh tatsächlich einen eigenen Pool besitzen? Auch den einen oder anderen Flüchtigkeitsfehler, wie Trennungsstriche am falschen Platz, verzeiht man gern, weil aus den Texten so viel Humor und Menschlichkeit strahlt. Und ein paar praktische Tipps, etwa zu guten Nachbarn im Gartenbeet, gibt es auch  noch obenauf.

Besonders gefällt mir persönlich das durchaus kritische Kapitel vom Älterwerden in Würde, das mich glatt auf die Idee bringen könnte, auch im Süden noch älter zu werden. Oder vielleicht lieber doch nicht - bei Temperaturen bis zu 40 Grad, die Mensch und Tier dazu bringen, eine sehr ausgiebige Siesta zu machen und sich erst am Abend wieder ins Freie zu trauen.

Im Anhang geht es um die gesunde Lebensweise. Hier finden sich einige mediterrane Rezepte und kurze Hinweise zum Bauen mit Lehm sowie zur Begrünung von Dächern.

Gabriele Hefele, "Oder man zieht aufs Land", 100 Seiten, 7,50 Euro.

Samstag, 25. Juli 2020

Outdoor-Küche für Abenteurer im Van, beim Camping und Wandern

"Van Life Kitchen" - worum es in diesem Kochbuch geht, lässt sich leicht erahnen: um die große Freiheit, verbunden mit der Geborgenheit, die leckeres Essen schenkt. Jessica Lerchenmüller hat sich für die Abenteuer-Outdoor-Küche einiges einfallen lassen. Über 60  Rezepte zum Camping, Wandern und mehr, um genau zu sein. Und um es noch genauer zu sagen: Zu den Rezepten kommen viele praktische Tipps und Erfahrungswerte aus erster Hand. Gedacht ist das schön geschriebene und bebilderte Buch "für alle Fernwehler, Reisehungrigen und Nomaden auf der Suche nach Freiheit, Abenteuer & Einfachheit".

Welches Zubehör man für das einfache Leben braucht, zeigt sich auf Seite 15. Die Tabelle macht entsprechende Häkchen hinter den einzelnen Utensilien, je nachdem, ob man in der Van-Küche, im Zelt oder beim Wandern kochen will. Dasselbe gilt für die Tabelle mit der Outdoor-Ausrüstung, von der Wäscheleine üder die Power Bank bis hin zur Yogamatte. Es gibt Hinweise für das richtige Foto-Equipment, 20 Tipps für "einen unvergesslichen Roadtrip" und eine Übersicht über all das, was im Vorratsschrank landen sollte. Und dann geht es endlich los mit den Rezepten. Und da wird nicht nur in einem einzigen Topf gerührt, der auf einem einflammigen Gaskocher steht, da wird auch reichlich gebacken. In der Pfanne, wie beim Kaiserschmarrn, und im Backofen, wie bei den Türkischen Teigtaschen. Eine echt "große Klappe" braucht man für den Van-Life-Burger. Boah, ist der dick, Mann ...! Marokko lässt grüßen mit Ras El Hanout-Grillgemüse zu Vollkornreis, Italien mit One-Pot-Lasagne. Echt ausgefallen erscheint mit "Chili con Chocolate", ein herzhaftes Gericht mit Zartbitterschokolade. Kunterbunt: die Falafel-Bowl. Vegetarische Gerichte sind deutlichst in der Überzahl, Tipps zeigen einleuchtende Alternativen auf, wenn man zum Beispiel mehrtägige Wanderungen machen will und die Knoblauchknollen durch Pulver ersetzt oder die schwere Flasche mit dem Ahornsirup durch Kokosblütenzucker. Gewürzmischungen erleichtern das Würzen unterwegs, Spiegeleier schmecken auch auf Wraps und die gusseiserne Pfanne mit körnigem Frischkäse mit Süßkartoffeln auf Polenta, garniert mit Kräutern, Kürbiskernen und Granatapfelkernen, sieht einfach klasse aus ...!

Die Autorin: Jessica Lerchenmüller erkundet auf Reisen nur allzu gern die Küchen fremder Länder für die Leser ihres kulinarischen Blogs. Frische Zutaten und besondere Gewürze sind ihr Geheimnis. Ihre Rezepte sind ebenso einfach nachzukochen wie kreativ. Kamera, Notizbuch und Bleistift sind immer mit dabei.

Jessica Lerchenmüller, Van Life Kitchen, Edition Michael Fischer 2020, 192 Seiten, 25,00 Euro.