Freitag, 30. Oktober 2015

Philosophie to go - antike Weisheiten in kleinen Häppchen

9783629130730
www.droemer-knaur.de

Heutzutage gibt es so allerhand, was es früher nicht gab. Einiges davon hat den Zusatz: to go. Coffee to go ist die wohl bekannteste Wortneuschöpfung. Daher passt der Titel "Philosophie to go" gut zum Zeitgeist. Aber irgendwie seltsam klingt das schon. Passt das zusammen - Philosophie und ein solcher Anglizismus? Hat Philosophie nicht viel eher damit zu tun, in aller Nachdenklichkeit zur Ruhe zu kommen? Geschmacksache. Der Untertitel "Große Gedanken für kleine Pausen" hingegen scheint mir gut zu passen. Beides zusammen ergibt das Buch von Albert Kitzler, das im Pattloch-Verlag erschienen ist.

Das weiß-blau-gebundene Werk erlaubt Lesern und Leserinnen Auszeiten mit Seneca, Buddha, Konfuzius, die den Geist erfrischen sollen. Das können sie im Sitzen, im Liegen und natürlich auch im Gehen tun. Früher waren Wandelhallen auch dazu da, den eigenen Gedanken schreitend besser folgen zu können. Die wenigsten Seiten des 288 Seiten starken Buches sind voll bedruckt. So gibt es viele Lesehäppchen antiker Weisheiten zu Themen wie
  • Gelassenheit
  • Selbstgenügsamkeit
  • Besitz
  • Natur
  • Mitgefühl und Menschlichkeit
Drei Minuten Auszeit genügen, um diesen Gedanken folgen zu können, Atem und Geist zu beruhigen, still zu werden und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Als Beispiel möge der kurze Text dienen, der sich mit folgender Weisheit beschäftigt:

Nie lebt reich, wer in Furcht zittert und jammervoll selbst bedürftig sich währet. (Boethius, Ende des 5. Jh. n. Chr.). Die Deutung: Selbstgenügsamkeit baut Ängste ab und "die geistige Armut, die darin besteht, dass wir Äußerlichkeiten nacheifern und dadurch die in uns liegenden Werte und Reichtümer vernachlässigen oder gänzlich übersehen".

Und noch ein Appetithäppchen, dessen Deutung im Buch nachzulesen ist:

Wer nicht frohlockt, nicht mürrisch wird,
ob Glück, ob Unglück ihn befällt,
in allem frei von Leidenschaft, 
der heißt, o Freund, ein Geistesheld.
(Bhagavadgita)

Ein Geistesheld zu sein, mit anderen Worten ein Erleuchteter oder Weiser, das kann, ob to go oder nicht, das Leben eigentlich nur leichter machen.

Albert Kitzler, Philosophie to go - Große Gedanken für kleine Pausen, 288 Seiten, Pattloch-Verlag, 16,99 Euro.

Donnerstag, 29. Oktober 2015

Basteln für Halloween - 20 Szenen zum Schneiden und Falten

Horrorgami
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Was zur Lebensfreude zählt, darüber kann man bekanntlich geteilter Meinung sein. Für manche gehört ein wenig Horror dazu. Halloween naht. Bald sieht man wieder gruselige Gestalten. Kinder, die oft eher niedlich als gruselig aussehen, wollen "Süßes statt Saures". Wer sich auf kreative Art mit dem Thema auseinander setzen und dabei gleichzeitig Geduld und Feinmotorik schulen möchte, kann das mit Hilfe eines neuen Buches tun: "Horrorgami - 20 gruselige Szenen zum Schneiden und Falten".

Das Buch von Marc Hagan-Guirey spielt mit den Fantasien von Horror-Fans. Es setzt zum Beispiel diese Ideen in Szene:

  • eine Treppe, unter der sich ein unheimliches "Ding" versteckt hält, von dem man nur erahnen kann, dass es gleich äußerst lebendig sein wird
  • Dr. Frankensteins Labor
  • die Katakombe
  • das Spukhaus
  • den Werwolf im Schein des Vollmondes
Der Autor empfiehlt, kurzärmelige Kleidung zu tragen, den Arbeitsplatz gut vorzubereiten und sich von kleinen Schnitzern nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. "Sollte Ihnen ... einmal ein Fehler unterlaufen, stellen Sie einfach das Model fertig und reparieren Sie die schadhafte Stelle dann mit einem Stückchen Klebestreifen. Wenn Sie die Vorlagen aufbewahren können Sie auch einfach einen zweiten Versuch machen."

Marc Hagan-Guirey, Horrorgami - 20 gruselige Szenen zum Schneiden und Falten, Haupt-Verlag 2015, Paperback, 126 Seiten, 24,90 Euro

Schmuck aus Keramik selber machen

Schmuck aus Keramik
www.haupt.ch

Sie mögen Schmuck? Welche Frau täte das nicht. Aber bei Ihnen ist es ein bisschen anders: Am liebsten kreiieren Sie Ihren Schmuck selbst. Auch das ist nicht ungewöhnlich. Aus einer großen Auswahl fertiger Perlen Ketten zu fädeln, ist eine beliebte Technik, die zu schnellen und oft sehr schönen Ergebnissen führt. Was aber, wenn Sie noch einen Schritt weiter gingen und auch ihre Perlen selbst herstellen würden? Es gibt ein neues Buch, das Ihnen dabei hilft.

In "Schmuck aus Keramik selbst gemacht" zeigt Helena Arendt in ebenso informativer wie ansprechender Weise, wie es geht. Besonders inspirierend ist das Kapitel "Inspiration durch Farbe". Nach Farbtönen sortiert, finden Sie hier eine Fülle von Anregungen. Aber auch die anderen Kapitel haben es in sich. Zahlreiche Techniken und kreative Möglichkeiten werden vorgestellt, wie
  • Marmorieren
  • Majolika
  • Polieren
  • die Arbeit mit ägyptischer Paste
  • Materialmix
Sie werden angeleitet, verschiedene Schmuckstücke und schmückende Elemente zu fertigen:
  • Ohrringe
  • Fingerringe
  • Armbänder
  • Broschen
  • Knöpfe
  • Gürtel 
Sie erfahren viel Wissenswertes über die Bedeutung und Möglichkeiten Struktur gebender Materialien, über unterschiedliche Brennmethoden und vieles mehr.

Und noch ein Bonbon zum Schluss: Obwohl ich selbst seit Jahrzehnten mit Ton arbeite, war mir ein  Material, das im Buch vorgestellt wird, völlig neu: Porzellanfolie. Das ist ein kartonstarkes Papier, das eine Weichporzellanmasse als Füllstoff enthält und bei 1250 Grad Celsius gebrannt wird. Das Ergebnis: äußerst zarte, zerbrechlich wirkende Schmuckstücke, dezent und schön.

Helena Arendt, Schmuck aus Keramik selbst gemacht, Haupt-Verlag 2015 gebunden, 285 Seiten, 39,90 Euro.

Neue Psychologie - Konsum und Verzicht, Haben und Sein

9783629130693
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Jens Förster, Jahrgang 1965, ist Professor für Psychologie. Die Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit liegen im Bereich der Motivations- und Selbstregulationsforschung. Mit seinen  blonden Punker-Stacheln sieht man ihm den professoralen Stand nicht auf den ersten Blick an. Das hält ihn natürlich nicht davon ab, sich sehr ernsthaften Themen zuzuwenden und ein seriöses Buch darüber zu schreiben. Der Titel: "Was das Haben mit dem Sein macht - die neue Psychologie von Konsum und Verzicht".

Er predigt darin nicht, wie etwa Erich Fromm das gern tat, den Konsumverzicht. Sein Ziel ist es eher, dass wir versuchen zu verstehen, warum wir sind, wie wir sind. Und über ein geändertes Verständnis vielleicht doch das eine oder andere in unserem Leben gern verändern werden. Er stellt Haben und Sein einander gegenüber. Das Habenwollen, von dem die meisten Evolutionspsychologen annehmen, dass es schlichtweg in unserer Natur liegt. Wer wollte sich davon frei machen. Und dann ist da das Sein. Ein gesellschaftlicher Trend zeichnet sich ab, nach dem ein verantwortliches Erleben dem Haben vorgezogen wird.

Förster findet, dass sowohl Haben als auch Sein weder gut noch schlecht sind. Er unterscheidet vier verschiedene Typen und stellt sie in seinem Buch ausführlich vor:

  1. den "Haben-um-zu-sein"-Typus
  2. den "Haben-um-zu-haben"-Typus
  3. den "Sein-um-zu-haben"-Typus
  4. den "Sein-um-zu-sein"-Typus
Anhand dieser Typologie erklärt er, warum wir wann bestimmte Ziele verfolgen und wie groß die Chance ist, dass wir dann glücklich sein werden, wenn wir sie erreicht haben. Die Frage, ob wir zu viel haben könnten, wird nicht zuletzt anhand eines augenzwinkernden Beispiels dargestellt: Ein wütender kleiner Junge will unbedingt ein Mountainbike haben. "Aber du hast doch schon ein Fahrrad", insistiert die Mutter, auch wenn es nur das langweilige Rad ist, mit dem ihr Sohn zur Schule fährt. Erst als der Filius ins Feld führt, dass seine Mutter auch nicht nur ein paar Schuhe hat und "Du hast 1000!" brüllt, gibt sie nach.

Jens Förster gilt als einer der renommiertesten deutschen Sozialpsychologen. Ab 2008 war er Professor für Psychologie an der Universität Amserdamm und zugleich Direktor des Kurt-Lewin-Instituts für Psaychologie. Seit 2014 lehrt er an der Ruhr-Universität Bochum.

Jens Förster, Was das Haben mit dem Sein macht - die neue Psychologie von Konsum und Verzicht, Pattlach-Verlag 2015, gebunden mit Schutzumschlag, 336 Seiten, 19,99 Euro.

Dienstag, 27. Oktober 2015

Bewusstsein im Job: Impulskarten für einen erfüllten Arbeitstag

9783426675090
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Es soll ja Menschen geben, die sich spätestens am Dienstag schon darauf freuen, dass am Freitag endlich die Arbeitswoche endet. Wenn Sie eine gewisse Tendenz zu solchen Gefühlen bereits in sich spüren, sollten sie gegensteuern, sonst fahren Sie im Job mit angezogener Handbremse.
Geeignete Literatur, wie etwa das Buch "MINDFUCK im Job" von Petra Bock, kann helfen. Geistige Kost aber gibt es auch in nicht gebundener Form. Eine schöne Idee sind die "40 Impulskarten für einen erfüllten Arbeitstag" unter der Überschrift "Bewusstsein braucht Raum im Beruf".

Die 40 Karten liegen in einer A 6 großen, blauen Schachtel. Darin befindet sich auch ein kleines Begleitbuch - mit einem kurzen Einführungstext und viel Raum für Ihre persönlichen Einträge, über die Erfahrungen, die Sie mit den Karten machen, die Erkenntnisse, die sie gewinnen.

Es wird empfohlen, auf den Überraschungseffekt zu setzen, also die Karten nicht alle schon vorher zu lesen. Für einen kleinen Vorgeschmack sehe ich mir mal drei davon an:

  1. Die Empfehlung geht dahin, einen Kollegen um Unterstützung zu bitten bei einer schwierigen Aufgabe. Das kann Mut kosten, kann man doch nie wissen, ob der Kollege erfreut oder genervt reagieren wird. Seine Reaktion jedoch, so die Karte, sollte in jedem Fall respektiert werden. 
  2. Drei Minuten Auszeit für tiefe Atmung? Man sollte sie sich gönnen. Die Atmung sollte dabei ständig tiefer, Gedanken sollten zu Ende gedacht werden, um Raum für Stille zu schaffen. Was aber man tun kann, wenn ein ganzes Gedankenfeuerwerk explodiert, erklärt die Karte nicht so recht. Der Rat: "Denke jeden Gedanken zu Ende."
  3. Wünsche dürfen in Erfüllung gehen. Daher: Schreibe einen Wunsch auf, der dir am Herzen liegt. Wer kann ihn dir erfüllen? Hier sollte man sich vorher bewusst machen, was die Erfüllung für einen selbst bedeuten könnte und wie die Kollegen davon profitieren.
Wenn du an die Karten zurückdenkst, wie hat sich dein Leben verändert? Das fragt Autorin Katrin Linzbach in der Rückschau. Zumindest hat man, wurden alle Karten bearbeitet und alle Einträge gemacht, ein eigenes, kleines Buch geschrieben. Und das ist doch schon mal was.

Katrin Linzbach, Bewusstsein braucht Raum im Beruf - 40 Impulskarten für einen erfüllten Arbeitsalltag, Verlag Knaur Balance 2015, Kartenset mit Begleitbuch, 16,99 Euro.

Samstag, 17. Oktober 2015

Wenn der Kopf plötzlich ganz leer ist ...



Auch Bücher, die schon etwas länger im Handel sind, können aktuell und packend sein. Lange Buchtitel scheinen an Beliebtheit zuzunehmen. Das Buch von Yolande Duran-Serrano und Laurence Vidal reiht sich da ein: „Die Frau, die an einem ganz normalen Sommertag plötzlich keine Gedanken mehr im Kopf hatte“. Diese Frau ist eine der Autorinnen: Yolande. Sie machte die Erfahrung einer Erleuchtung, die seitdem nicht mehr weichen will. In Gesprächen und Begegnungen mit Laurence, Journalistin, Schriftstellerin und seit 2008 ihre Schülerin, teilt sie ihre Erfahrungen. 

Interessant ist, dass Yolande Duran-Serrano sich eigentlich nie für Spiritualität interessiert hatte, als es sie sozusagen erwischte. Noch nie hatte sie beispielsweise meditiert. Es traf sie völlig unvorbereitet an einem Sommertag. Das Buch packt, aber es verunsichert auch. Sollte die Person, die wir zu sein glauben, nur eine Illusion sein? 

„Madame, Sie sind in der puren Realität“ lautet die Überschrift zum dritten Kapitel mit dem Untertitel „Ins Grenzenlose“. Den zitierten Satz äußerte ein Psychiater, den Duran-Serrano aufgesucht hatten, weil ihre Angehörigen sich um sie sorgten. Sie hatte ihren Sohn verloren und noch fast ein Jahr nach seinem Tod konnte man keine Reaktion bei ihr erkennen. Stand sie unter Schock? Der Psychiater, der nach einiger Bedenkzeit befand, nichts für sie tun zu können, bewertete es so: „Sie haben psychologische Zustände völlig hinter sich gelassen.“

Obwohl sie irgendwie nicht mehr von dieser Welt zu sein scheint, schreibt sie erstaunlich locker und selbstbewusst. Teilweise werden Dialoge zwischen ihr und Vidal direkt abgedruckt. Es fällt nicht immer leicht, ihnen zu folgen, da die Antworten oft wenig konkret wirken. Eine Antwort zur Frage nach dem „Klecks Bewusstsein, der ich bin“ soll als Beispiel dienen: „Es ist diese Sekunde, dieser Moment, der dich all das sehen lässt, was du nicht bist, und damit alles, was du bist, das Ganze Ich-bin, alles. Einfach weil das Erscheinen des Seins im Nichtsein, in deiner Nicht-Existenz, über dich kommt. Es ist einfach, tut mir leid.“

Yolande Duran-Serrano, Laurence Vidal, Die Frau, die an einem ganz normalen Sommertag plötzlich keine Gedanken mehr im Kopf hatte - Erfahrung einer Erleuchtung, Verlag Knaur Menssana 2010, Softcover, 189 Seien, 14,99 Euro.

Schön und gesund durch Entsäuerung, basische Ernährung, Säure-Basen-Gleichgewicht

Ein guter Coach ist sehr viel wert. Leider aber ist es in der Regel auch nicht billig, sich einen solchen zu leisten. Was hielten Sie davon, einen Coach zu konsultieren, der nur 8 Euro kostet - und zwar einmalig? Den gibt es nicht, denken Sie? Doch, den gibt es.

Gesundheitsberater Michael Droste-Laux hat den "Säure-Basen-Coach" verfasst. Das handliche Büchlein, das gute Tipps gibt zu den Bereichen
  • basische Ernährung
  • Körperpflege und Schönheitstipps
  • Psyche
ist im Verlag Knaur Menssana erschienen.

In kompakter Form erklärt der Autor
  • wie es zu Übersäuerung im Körper kommen kann
  • welche Krankheiten draus entstehen
  • wie eine effektive Hilfe zur Selbsthilfe aussehen kann, wie man Zellgifte und Säuren ausleitet
Zu den Tipps, die zum Teil einfach umzusetzen sind, zählt etwa die regelmäßige Anwendung basischer Fußbäder. Die Füße, so erfährt man, verfügen über 2.000 Schweißdrüsen und sind zur Entgiftung besonders gut geeignet.

Beeindruckend ist die Auswirkung basenreicher Ernährung. Hier ein paar Beispiele:
  • Abbau von Bluthochdruck
  • ruhigere Atmng
  • Regulierung der Blutzuckerwert
  • guter Stoffwechsel
  • Erhöhung der Leistungsfähigkeit 
Droste-Laus gibt sein Wissen über Naturarzneimittel und über den Saure-Basen-Haushalt seit 1999 in Vorträgen auf Heilpraktiker- und Ärztetagungen sowie in zahlreichen Publikationen weiter.
Michael Droste-Laux, Säure-Basen-Coach - Ernährung, Körperpflege, Psyche, Verlag Knaur Menssana 2015, Paperback, 96 Seiten, 8 Euro.