Montag, 25. Juli 2022

Band 3 der Hannah-Trilogie von Ruth-Rebecca Braun erscheint in Kürze

Liebe LeserInnen,

nach längerer Zeit mal wieder ein Posting in eigener Sache. Heute habe ich endlich - nach rund fünf Jahren täglicher Arbeit und insgesamt rund 1.500 geschriebenen Seiten - meine Hannah-Trilogie vollendet. Nun muss ich "nur noch" 500 Seiten Korrektur lesen, dann kann auch Band 3 meines sehr stark autobiografisch gefärbten Romans über Amazon veröffentlicht werden. Es macht schon Spaß, als Selfpublisherin über alles selbst entscheiden zu können. Allerdings muss man auch alles selbst machen, Werbung zum Beispiel, um die Bücher bekannt zu machen. Liegt mir eigentlich gar nicht, aber ohne läuft nun mal gar nix. Deshalb hier nun, kurz vor Erscheinen des dritten Bandes, der Prolog des neuen Buches als Appetizer. Viel Spaß beim Lesen!


Prolog   

In dem Haus, das einmal ihr und Malte gehört hatte, saß Hannah verloren an ihrem Schreibtisch - den Blick auf die Wand gerichtet, die sie vierzehn Jahre zuvor, gleich nach ihrem Einzug, sonnengelb tapeziert hatte. Sie schob das Fantasieblumen-Aquarell mitsamt Passepartout in einen Glasrahmen, das sie vor ein paar Tagen gemalt hatte - zu Silvester, zwei Wochen nach Maltes Auszug. Allein hatte sie in dem wunderbaren alten Bauernhaus, in das die alternde Regisseurin Sara sie zum Jahreswechsel eingeladen hatte, am Gesindetisch gesessen. Sara, Klientin und Freundin zugleich, hatte sich, gebeutelt von ihrer Krankheit, zurückgezogen und ihr Mann saß vor dem Fernseher und tat so, als sei Hannah gar nicht da. Doch sie war nicht ganz allein gewesen, das zählte. Nun lag vor ihr der Schmeichelstein, den Sara ihr am Neujahrsmorgen zum Abschied zugesteckt hatte. „Er soll dir Kraft geben“, hatte sie liebevoll gesagt, „für alles, was nun vor dir liegt.“

Der Stein fühlte sich sanft und kühl an, als Hannah damit langsam über ihre Wange strich. Nachdenklich betrachtete sie die warmen, dunklen Töne, die das Bild bestimmten, das sie gemalt hatte. Schön ist es geworden, dachte sie, erstaunlich schön, wenn man meinen desolaten Zustand bedenkt. Die tiefroten, fast düsteren Fantasieblumen leuchten von innen heraus, sie glühen beinahe. Behutsam lehnte sie den Rahmen an die Zwischenwand vor sich, die den verbliebenen Speicherraum von ihrem Schlaf- und Arbeitszimmer abtrennte. Malte hatte damals mehr als die Hälfte der Speicherfläche für sie ausbauen sowie ein kleines Bad und ein Dachfenster anstelle der speichertypischen Luke einbauen lassen. Großzügig war er immer gewesen, ihr geliebter, so blendend aussehender Noch-Ehemann. Sein eigener Schreibtisch stand damals im Zimmer gegenüber, am anderen Ende eines langes Flures.  Dort saß er oft und forschte zu seinen medizinischen Theorien. Leider war es so, wie Hannah es bei all ihren drei Ehemännern erlebt hatte: Sie war verheiratet gewesen und hatte sich doch allein gefühlt.  

Malte würde nicht wieder einziehen in das Haus, das bald wieder ihm allein gehören würde. Auch nicht mit Ira, seiner Neuen. Sobald wie möglich wollte er verkaufen. Aber noch ging das nicht, denn noch war es für Hannah die eheliche Wohnung, die ihr einen Schutzraum bot. Erst einmal würde sie eine zumutbare Unterkunft für sich allein finden müssen. Der Wohnungsmarkt aber war gerade denkbar eng in der kleinen Stadt in Schleswig-Holstein, in die sie Maltes wegen gezogen war. So oft habe ich mir ein Refugium für mich allein vorgestellt, wenn es wieder einmal Streit gegeben hat zwischen uns, dachte sie bedrückt, doch nun möchte ich im Grunde nichts anderes als das Rad der Geschichte zurückdrehen. So gern möchte ich alles wieder so haben, wie es gewesen ist – nur schöner, liebevoller, friedlicher. Viel friedlicher.
In meinem Bild steckt tatsächlich viel Kraft, dachte Hannah, die den Blick nicht wenden konnte. Viel Licht hinter den Wolken, viel Hoffnung in noch undurchdringlicher Düsternis. Es ist fast ein Wunder, dass ich so malen konnte.
„Das ist kein Wunder, das ist Optimismus“, sagte Rosa, „und den brauchst du jetzt, wenn du wieder glücklich werden willst.“
Ach, Rosa ...! - Hannah war ja so froh, dass wenigstens ihre treue innere Stimme ihr geblieben war, vertraut seit ihrer Kindheit.
„Ich weiß aber nicht, wie“, sagte sie kläglich.
„Das wird sich zeigen. Wenn du wirklich bereit bist, die Trauer und den Schmerz hinter dir zu lassen, dann klappt das auch. Ich weiß das.“
„Aber ohne einen Mann schaff ich das auf keinen Fall!“, sagte Hannah und geriet schon bei dem Gedanken daran in Panik. „Wenn ich Malte nicht zurückbekommen kann, brauche ich eben einen neuen.“
„Aber Mädchen, glaubst du wirklich, dass es klug ist, jetzt schon über eine neue Partnerschaft nachzudenken? Komm dir lieber mal selbst auf die Spur..“
Ich? Mir? Seufzend, fast schon verärgert, horchte Hannah in sich hinein. Ich habe wirklich genug über mich nachgedacht in meinem Leben! Dann aber stutzte sie. Und wenn Rosa recht hat? Ganz tief in sich, unter vielen Schichten verborgen, spürte Hannah etwas, das sich noch nicht greifen ließ. Eine vage Ahnung. Blöderweise eine, die ihr Angst machte. Ich will das gar nicht so genau wissen, dachte sie. Lieber suche ich mir  sobald wie möglich einem neuen Kerl, einen, der mir Kraft gibt, da kann Rosa reden, soviel sie will. Dann kann ich immer noch versuchen, mich selbst neu zu sehen. Und sollte es Mr. Right überhaupt irgendwo geben für mich, vielleicht hilft er mir ja sogar dabei.

Und so schlug Hannah Rosas Warnung tatsächlich in den Wind. Sie machte sich auf die Suche nach einem neuen Märchenprinzen, halb trotzig, halb verzweifelt. Noch konnte sie nichts wissen vom Reigen der Anti-Prinzen, der sich eröffnen würde. Aber auch nichts von den netten, die ihr Hoffnung machen und dafür sorgen würden, dass sie es immer wieder neu versuchte. Und von dem einen, der wirklich wichtig sein würde.

 

* Hannah Band 3 erscheint in Kürze. Lust, schon mal in die ersten beiden Bände hineinzuschnuppern? Hier geht es zu Band 1 "Hannah - Das Kind will nicht heiraten ...!" und zu Band 2 "Hannah - Ohne Mann ist auch echt blöd". Viel Spaß beim Eintauchen in die ganz persönliche Welt einer Frau, die einfach nicht sein will wie andere.

Donnerstag, 16. Juni 2022

Bedeutende Worte und Lebensläufe beeindruckender, talentierter Frauen

 Hin und wieder frage ich mich, ob ich nicht doch lieber als Mann zur Welt gekommen wäre, aber wenn ich ehrlich bin, finde ich es schön, eine Frau zu sein. Und ich mag meine Geschlechtsgenossinnen, besonders wenn sie stark und mutig sind und ihre Meinung deutlich sagen. Stephanie Zibell hat in ihrem Buch "Um das Feuer in euch zu entfachen" bedeutende Worte beeindruckender Frauen zusammengetragen und jeweils deren Lebensgeschichte hinzugefügt. Eine kurzweilige, informative, ermutigende und damit sehr lesenswerte Lektüre.

Es sind berühmte Frauen dabei, deren Namen mir wohlvertraut sind, wie Marie Curie, Hannah Arendt oder Marlene Dietrich. Aber auch solche, deren Namen ich noch nie gehört habe. Wusstet ihr, dass eine Japanerin namens Junko Tabei als erste Frau den Mount Everest bestieg oder dass Marion Donavan die Wegwerfwindel erfand - und gegen einigen Widerstand auf den Markt brachte, denn eigentlich fand man diese Erfindung zunächst überflüssig. 

Es geht um Frauen, die Unrecht anprangerten und für die Menschenrechte kämpften, die gleichberechtigt sein wollten die Abenteuer erlebten und darüber berichteten. Die Ideen und Wünsche hatte, Forderungen und Hoffnungen, Gedanken - die sie in Worte packten, die überdauerten. Im vorliegenden Buch möchte die Autorin diesen Frauen und ihren Anliegen erneut eine Stimme geben. Es werden Zeiten zum Leben erweckt, in denen es für Frauen gar nicht selbstverständlich war, Abitur machen oder studieren zu dürfen. Sie sollten nicht einmal mit Männern im selben Labor stehen dürfen.

Der Zeitrahmen der vorgestellten Frauen und Texte erstreckt sich von 1880 bis 2019. Die Themenvielfalt ist groß:

  • assistierende Sterbehilfe
  • Diskriminierung
  • Demokratie
  • Frieden
  • Frauenrechte
  • Rassismus
  • Naturheilkunde
  • typisiertes Wohnen
  • Sexualaufklärung
  • Vorsorgeuntersuchungen
  • Widerstand

Vorn und hinten im Buch wurden beispielhafte Aussagen besonderer Frauen in locker gestaltetem Layout abgedruckt. Sie wirken wie hingeworfen und haben es doch in sich. Vielleicht wird die eine oder andere Frau nach dem Lesen dieses Buches und einer dadurch geförderten Weiterentwicklung unerwartet sagen können: Ich habe einfach gemacht, was ich gerne machen wollte, und ich habe mir nie überlegt, ob eine Frau das nun machen kann." Das ist ein Zitat. Es stammt von Hannah Arendt, Professorin und Autorin. Weitere spannende Zitate werden den weiteren Beiträgen vorangestellt. "Frauen brechen nicht aus" von der Literaturwissenschaftlerin Carolyn Heilbrun zum Beispiel. Schön, dass sie es immer häufiger doch tun.

Die Herausgeberin: Dr. Stephanie Zibell, Historikerin, Jahrgang 1966. Sie studierte Politikwissenschaft, Germanistik und Publizistik und war bis 2020 Privatdozentin am Institut für Politikwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Zahlreiche Veröffentlichungen zu zeit- und regionalgeschichtlichen Themen. Stephanie Zibell lebt in Wiesbaden.

Ihr Ziel war es, die Reden der vorgestellten Frauen (aus möglichst vielen Ländern und Kontinenten) in einen zeitlichen und thematischen Kontext einzubingen, um der Leserschaft Veränderungen in Bezug auf die Ansprüche, Wünsche und Ziele von Frauen im Laufe der Jahre und Jahrzehnte deutlich zu machen.

Stephanie Zibell, Um das Feuer in euch zu entfachen! Bedeutende Worte beeindruckender Frauen, S. Marix Verlag 2022, Hardcover, 300 Seiten, 26,00 €.

Donnerstag, 9. Juni 2022

Eine Rose allein - wunderbarer Roman von Muriel Barbery

Im Zentrum des (fünften) Romans der SPIEGEL-Bestseller-Autorin Muriel Barbery steht die Botanikerin Rose. Die hat mir ihren vierzig Jahren das Gefühl, noch gar nicht richtig gelebt zu haben. Von nichts fühlt sie sich wirklich berührt. Dann kommt ein unerwarteter Anruf. Für die Testamentseröffnung ihres Vaters soll sie nach Tokyo fliegen. Nur widerwillig stimmt sie zu. Es wird ihr erster Aufenthalt in Japan sein und noch ahnt sie nicht, wie sehr das fremde Land mit seinen Tempeln und Zen-Gärten sie aufwühlen wird. Paul, der Vertraute ihres Vaters, ist ein hingebungsvoller Mensch. Das macht Rose Mut. Wird sie sich an seiner Seite endlich auf die Schönheit des Lebens einlassen können?

Die geradezu märchenhafte, atmosphärisch dichte Sprache des Romans ist ein Fest. Sie erinnert mich an Pearl S. Buck und nimmt mich unmittelbar gefangen. Allein schon der erste Satz: "Man erzählt, dass im alten China, in der Dynastie der Nördlinchen Song, ein Prinz jedes Jahr ein Feld mit tausend Pfingstrosen anlegen ließ, deren Blüten an der Schwelle zum Sommer in der Brise wogten." Der vierte Satz allerdings reißt einen heraus aus poetischen Träumen: "Am siebten Tage ordnete er das Massaker an." (Zum Glück geht es nicht um Menschen, sondern nur um Blumen. Blumen allerdings, die dem Prinzen wie Töchter waren.)

Gut 200 Seiten lang kann man baden in Barbery's Formulierungen. Ein Beispiel: "Die Zeit wusch das Leben mit Regen aus, ließ die Sonne herein, den Mond funkeln, aber Maud blieb im Dunkeln." Ein Genuss!

Die Autorin: Die Philosophie-Professorin Muriel Barbery Jahrgang 1969, wurde in Casablanca geboren. Ihr Roman "Die Eleganz des Igels" wurde zu einem großen literarischen Bestseller, er in mehr als 30 Sprachen übersetzt und vielfch ausgezeichnet wurden. Nach einigen Jahen in Koto leb Brber heute in Paris.

Muriel Barbery, Eise Rose allein, Roman, List-Verlag 2022, gebunden mit Schutzumschlag, 19,99 Euro.

Mittwoch, 8. Juni 2022

Tolle Ideen für einen bunten Topfgarten

Mein Liebster und ich wohnen nicht zusammen, jedenfalls nicht dauerhaft. Aber in seinem riesigen Garten habe ich mein eigenes Terrain, wo ich Blumen und Gemüse ziehe. Und hinter meiner eigenen Wohnung gibt es eine Terrasse im Garten, die ich nutzen darf. Drumherum gab es zunächst nur schnöde Wiese. Also habe ich mir einen Topfgarten angelegt, der allmählich größer wurde und einfach nur schön ist, denn die meisten Pflanzen kommen Jahr für Jahr wieder. Nun habe ich das Buch "Pflanzen im Topf" entdeckt, ideal, um auf weitere Ideen zu kommen.

Der Ratgeber enthält über 70 Zierpflanzenporträts - von Aeonium über Lavendel und Rose bis zur Zierbanane. Besonders wichtig finde ich die Angaben zu geeigneten Pflanzpartnern, denn es gefällt mir sehr, wenn mehrere Pflanzen in einem gemeinsamen Topf einander zur Geltung bringen. Es gibt Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Expertentipps um Fehler vermeiden oder notfalls beheben zu können. Das Buch bringt mich schon allein mit den inspirierenden Fotos auf neue Einfälle. Ein Hanging Basket, bunt bepflanzt, das wäre doch toll. Mangels Dachüberstand bräuchte ich allerdings ein Gestell, um ihn aufhängen zu können. Na, mal sehen. Eine Hanfpalme, denn auch die gedeiht, so lese ich, im Topf. Allerdings braucht sie es besonders schön warm. Auch Kletterpflanzen wachsen im Topf, Prunkwinden zum Beispiel oder Kletterhortensien. Habt ihr vielleicht noch ein ungenutztes Tischchen, das ihr streichen könntet, um dann ein paar Gefäße erhöht zu präsentieren? Auch praktische Tipps fehlen nicht, wie etwa zur Installation eines Gießsystems, mit Schläuchen und Zeitschaltuhr am Wasserhahn. Probiert es einfach mal aus mit einem Topfgarten. Macht echt Spaß ...!

Grünes Garten Wissen, Pflanzen im Topf, DK-Verlag, Paperback, 144 Seiten, 12,95 Euro.

Sonntag, 29. Mai 2022

Wie Frauen, die zu sehr lieben, ihre Sucht erkennen und heilen

 

Copyright: Sigrid Ruth Stephenson

Man braucht schon Durchblick, um die Sache mit der Liebe endlich zu verstehen.
 

"Alles für ein bisschen Liebe? Schluss mit Warten & Schmachten" von Julia Kathan, erschienen im Silberschnur-Verlag. Es ist bereits einige Jahre her, dass ich dieses Buch in unserer Stadtbücherei entdeckte, mit nach Hause nahm und den restlichen Tag und die halbe Nacht las, bis ich es ausgelesen hatte. Das Thema: Liebessucht erkennen und heilen. Es erinnerte mich stark an ein anderes Buch, das ich bereits mehrfach gelesen hatte: "Wenn Frauen zu sehr lieben" von Robin Norwood. Und es kam mir gerade sehr gelegen, denn mit knapp 60 Jahren war ich gerade - ungewollt - erneut Single geworden. Meine dritte Ehe neigte sich dem Ende entgegen und ich verstand die Welt nicht mehr. Dass ich auch unter einer Beziehungsphobie litt, wusste ich damals noch nicht. Aber dass ich liebessüchtig sein könnte, das erschien mir nach allem, was ich gerade gelesen hatte, mehr als wahrscheinlich. Inzwischen bin ich dabei, Band 3 meiner Autobiografie zu überarbeiten, in der ich in der Figur der Hannah alles das noch einmal durchlebe, um endlich eine Liebe finden zu können, die bleibt. Wen es interessiert, hier gibt es mehr dazu. :-)

Mittwoch, 11. Mai 2022

Praktischer Gartenratgeber: Pflanzen richtig schneiden

Gekaufte Pflanzen ins Erdreich einsetzen und ihnen beim Wachsen zuschauen, das kann so ziemlich jeder. Vorausgesetzt, er vergisst das Gießen und gelegentliche Düngen nicht. Pflanzen auszusäen und dann großzukriegen, das erscheint schon schwieriger. Aber Pflanzen richtig zu schneiden, das war bisher ein Buch mit sieben Siegeln für mich. Was man da nicht alles falsch machen kann. Dachte ich zumindest. Nun habe ich mich schlaugemacht und mir das Buch"Pflanzen richtig schneiden" angesehen. Und siehe da es scheint gar nicht so schwer zu sein. 

Gleich zu Beginn des Buches lese ich, dass ein korrekter Schnitt zum richtigen Zeitpunkt zwar vielen Pflanzen guttue. Wenige Seiten später aber heißt es: möglichst wenig schneiden. Das gefällt mir. Gut ein Viertel des Buches befasst sich mit allgemeinen Ratschlägen, thematisch sortiert: 

  • womit schneiden?
  • wann schneiden?
  • wie die Schnitte setzen?
  • wo schneiden?
  • wie wuchsformend schneiden?
  • wie verjüngend schneiden?
  • wie Gehölze erziehen?

Im Kapitelchen Speziaschnitte lerne ich den Unterschied zwischen Stock- und Kopfschneitelung kennen. Ein paar Seiten weiter hinten, wie man mit Stützen verhindert, dass Kletter- oder Wandpflanzen zum wilden Gestrüpp mutieren. 

Ab Seite 42 werden dann allerlei schneidbare Pflanzen in alphabetischer Reihenfolge vorgestellt, von der Abelie bis zur Wisteria, besser als Blauregen bekannt. Es gibt jeweils ein praxisorientiertes Pflanzenporträt dazu. Besonders hilfreich finde ich die schematischen Zeichnungen. An denen kann man auf einen Blick erkennen, wo sie denn anzusetzen sind, die wichtigen Schnitte.

Pflanzen richtig schneiden, DK-Verlag 2021, Paperback, 144 Seiten, 12,95 Euro. 

Sonntag, 8. Mai 2022

Gartenteich planen und anlegen, Tiere und Pflanzen beobachten

Mein Liebster hat einen tollen Garten, darin einen nicht ganz so tollen Gartenteich. Der soll lange schon erneuert werden. Nun habe ich ihm das Buch "Leben am Gartenteich" von Kate Bradbury gezeigt und gleich ist er auf neue Ideen gekommen.

Als Sechsjährige fiel Kate Bradbury in einen Teich. Daraufhin verbot ihre Mutter dem teichbegeisterten Kind einen Teich anzulegen. Kate musste warten, bis sie vierundzwanzig war, um ihren Wunsch zu realisieren. Heute hat sie gleich drei - unterschiedliche - Teiche in ihrem Garten. Ihrem Buch merkt man die Begeisterung für die kleinen Wasserwelten auf jeder Seite an. Sie hält einen Teich als komplexe Lebenswelt "für so ziemlich das Beste, was Ihrem Garten passieren kann". Nicht weniger gut ist die Sache für die Natur, vor allem für die Tierwelt. 

In ihrem Buch beschreibt sie

  • die Planung
  • die richtige Anlage
  • die Bepflanzung
  • Beobachtungsmöglichkeiten zu allen Jahreszeiten und
  • die Pflege

Informative und inspirierende Texte und tolle Fotos machen das Buch zu einer Fundgrube. Was mir persönlich besonders gut gefällt, ist die Idee, in einer alten Viehtränke einen Teich anzulegen. Er ist dekorativ und in ihm wird sich - davon ist auszugehen - eine ganz besondere Fauna ansiedeln.

Die Autorin: Kate Bradbury ist eine preisgekrönte Autorin und Journalistin, die sich auf das Naturgärtnern spezialisiert hat. Sie ist Schirmherin der britischen Schutzorganisationen für Frösche und Hummeln und Gartenbotschafterin der britischen Schutzgemeinschaft für Schmetterlinge.


Kate Bradbury, Leben am Gartenteich - Einen Teich planen, anlegen und Tiere und Pflanzen beobachten, DK-Verlag 2022, Hardcover, 192 Seiten, 16,95 €.